Neue Kreativität im automobilen Sounddesign gemeinsam mit KI denken

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Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, auf der KSNVE-Konferenz eine Keynote zum Thema „AI-SQ Engineering × Creative Sound Design for Future Automotive Sounds“ zu halten.

In meinem Vortrag sprach ich über Klangqualitätsbewertung, Sounddesign durch „score-basierte“ Ansätze, KI-gestützte Klangsuche sowie über die zukünftigen Möglichkeiten von Human-in-the-Loop AI im automobilen Sounddesign.

Eine Frage aus dem Publikum ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben:

„Glauben Sie, dass diese Zukunft in fünf Jahren oder in zehn Jahren Realität wird?“

Meine Antwort war, dass wir angesichts der rasanten Entwicklung generativer KI in Bereichen wie Bild, Musik und kreativen Anwendungen möglicherweise bereits innerhalb der nächsten drei Jahre beginnen werden, Human-in-the-Loop-AI-Ansätze im automobilen Sounddesign einzusetzen.

Was ich dabei jedoch für noch wichtiger halte, ist nicht allein die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts. Entscheidend ist vielmehr, dass Menschen und KI auf grundlegend unterschiedliche Weise lernen.

Menschen verstehen Klang nicht nur durch Formeln oder physikalische Modelle. Wir nehmen Klang durch Sinneseindrücke, Emotionen, Erinnerungen, kulturelle Hintergründe und angesammelte Erfahrungen wahr. Wenn ein Sounddesigner einen Klang hört, beruht seine Beurteilung nicht nur auf numerischen Daten, sondern auch auf Intuition, Kontext und professioneller Erfahrung.

KI hingegen lernt Muster und Beziehungen, die in großen Datenmengen enthalten sind. Daraus kann sie Strukturen, Ähnlichkeiten und Möglichkeiten erkennen, die Menschen nicht immer unmittelbar wahrnehmen.

Mit anderen Worten: Auch wenn Mensch und KI denselben „Klang“ behandeln, unterscheiden sich die Art und Weise, wie sie ihn wahrnehmen, wie sie daraus lernen und welche Welt sie dabei sehen.

Ich glaube, dass gerade diese Differenz zu einer neuen Form von Kreativität führen kann.

Die Zukunft des automobilen Sounddesigns wird daher nicht darin bestehen, dass KI Sounddesigner ersetzt oder vollständig eigenständig Klänge erzeugt. Vielmehr können in der Zusammenarbeit mit KI neue Möglichkeiten aufgezeigt werden, die Menschen anschließend bewerten, interpretieren, modifizieren und mit Bedeutung versehen. Auf diese Weise könnte ein neuer kollaborativer Prozess entstehen.

Der Ansatz von Human-in-the-Loop AI beschreibt genau diese Form der Zusammenarbeit. KI kann uns dabei unterstützen, Soundkonzepte zu entdecken, die wir bisher noch nicht erkannt haben. Gleichzeitig bleibt die menschliche Beurteilung unverzichtbar, um diese Konzepte mit sinnvollen Erfahrungen zu verbinden — etwa mit Markenidentität, Warnsignalen, emotionalem Ausdruck oder kulturellen Unterschieden.

Diese Idee steht in engem Zusammenhang mit meinem Konzept der „Strata of Sounds“, also der „Klangschichten“ — der Vorstellung, dass die automobile Akustik im Laufe der Zeit immer neue Schichten von Bedeutung, Design und Technologie offenbart.

Insbesondere im Kontext der Elektrifizierung und zukünftiger Mobilität ist der Klang von Fahrzeugen längst nicht mehr nur ein Nebenprodukt mechanischer Systeme. Ich bin der Überzeugung, dass Klang künftig zu einem Medium für Kommunikation, Identität, Sicherheit und emotionale Erfahrung wird.

Durch die Zusammenarbeit von Mensch und KI könnte sich im automobilen Sounddesign eine neue, bisher noch nicht sichtbare Schicht eröffnen.

Abschließend möchte ich den Organisatoren der KSNVE-Konferenz herzlich für diese wertvolle Gelegenheit danken sowie allen Teilnehmenden für die inspirierenden Diskussionen.

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